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THE J. PAUL GETTY MUSEUM LIBRARY

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LEER id] 45

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Beiträge

zur

Geſchichte Dortmunds

und

der Graffhaft Mark,

Herausgegeben

von dem

hiſtoxiſchen Vereine fir Dortmund und die Grafſchaft Mark,

XI.

4

Dortmund,

Berlag der Köppen’fhen Buhhandlung (Hans Hornung).

1902,

Inhaltsverzeichniß.

Hermann Rothert: Dad Buch der Dortmunder Suncheren- 0 ee a EN

. Ferdinand Zumbufh: Geſchichte des Katharinenklofters zu

Dortmund und des Dorfes Kirchlinde bei Dortmund. . .

. Karl Rübel: Amtliche Nachricht über den Zuftand der Graf:

2 yaBe or)

. Hermann Beder: Die Anfänge der Tagesprefje in Dortmund

Karl Rübel: Agrarifches vom Hellwege und aus der Graf: ee en, ne. 1. Ein Weisthum über Maftberehtigungen der Grafen von 2 Vs Sa ee a N amenmaape am :Hellmege:- : » » » 2. u 0. ce 3. Weisthümer des Reichshofes Wefthofen -. » . ..... 4. Böhden, Vöhdeland, voweide, veweide, pascua, walde- meine, houde von der weide, drifft am Sellwege und nel

Seite

Verbeſſerungen.

S. 38 Zeile 15 lies: „11030 Reichsthaler“ anſtatt „11030 Franes“. 8.38 „17 „2 KRuithan“ für „Kuitthan“.

I.

Das Buch der Dortmunder Iuncheren Gefellfchaft.

Beröffentliht von Dr. iur. Hermann Rothert.

Im Belige einer weitfälifchen Adelsfamilie, die in früheren Sahrhunderten mit dem Dortmunder Stadtadel mehrfach ver- ſchwägert war, befindet fih ein Buch, das, aus 29 Pergament: blättern beftehend, in zwei Holzdedel von 12 zu 22 cm ge- bunden it. Die Holzdedel find mit Leder überzogen, da3 von einem gothiſchen Mufter aus Lilien und Löwen, umrahmt von Adlern, bededt ift. Das Buch enthält in handjchriftlichen Auf- zeichnungen die Statuten der „Ssuncheren Geſelſchopp“ zu Dortmund und fodann, von 1387—1623 reichend, die Namen der beiden Mitglieder, die die jährlich zweimal ftattfindenden Eſſen der Gejellichaft zu veranftalten hatten. Die ältefte Hand, auf die auch die Anordnung des Buches zurüdzuführen ift, gehört in die erite Hälfte des 15. Sahrhundert2.

Haben die Namensverzeichnifje orts- und familiengefchicht- liches Snterefje, jo gewähren die Saßungen ein anfchauliches Bild von dem Leben und Treiben des fpätmittelalterlichen PBatriziates und lafjen in defjen Zuſammenſetzung einen werth- _ vollen Einblid thun.

In nomine domini amen. Dey geselschopp dey men fol. 2a nomet dey Juncheren geselschopp, dar sollen ynne syn

gude ersame erfsaten Jude. Dey hebn hyr vormaile gude Beiträge zur Geſchichte Dortmunds XI. 1

*

fol. 2b.

fol. 3a.

a

wyse Jude, unse vorvaren, alsoe gemaket und gehalden umb ere und nüt der Stad und dat sich gude lude alt und junk dey leyfliker erliker und eyndrachtliker to samene halden, alle gude dynck dey bet und erberliker vort to settene, und umb dat dey ghene, dey andere lande versoiken ume erre handelinge willen, sey syn borgere ofte gheste, wanner dat sey hyr komen, dey better geselschopp lyden und dey des de mer geneyget werden hyr mit uns to blyvene.

Und upp dat dese geselschopp des dey bet vort ghae und stande blyve, unde dey myn gelden, wänner sey to samene eten, soe wart overdregen in dem jare Ixxxiiij!), dat eyn jtlich, dey des werdich is, und yn deser gesel- schopp wesen wil, sal geven eyne marck dey geselschopp mede to beteren. Dar sal men twe to setten dat gelt to untfane und rente mede to ko-/pene to der geselschopp behoeff, und dey solen dat soe lange doin, bit men en des verlate und anderen sette.

Vort were eymant, dey disser geselschopp begerde, dar sey ane twyvelden, off hey in der geselschopp billike wesen mochte, dar en sollen sey neyn gelt van nemen, sey en hebn sich eirsten mit den oldesten van der gesel- schopp beraden, und dan doin na eren rade.

Papen und clerike, dey also vere komen sint, dat sey papen moten blyven, lude dey in ghilden sint eder eyniger ghilde volgich sint, und hantwerkslude, dey en hebn mit disser geselschopp nicht to done; were ouch sake, dat eynich, dey in disser geselschopp were, dey disser vurgescrevenen eynich worde, dey were der gesel- schopp untwert und wat hey dar an geleget hedde.

Vort wey eyn wyff nemet, dey sall geven twe mark in dey geselschopp, dey sal hey betalen dar na, dat hey by geslapen hevet to den nesten twen tyden, wanner dey geselschopp / to samene eten to elliker tyt eyne mark.

!) Am Rande in alter Schrift: 1384.

WERE

Der sollen sich dey scheffere dey dan sint underwinden to der geselschopp behoeff to vulleste der kost. Storve wes wyft, und hey eyne andere neme, hey sal de gelyken geven und alsoe dicke, als dat gevelle.

Vort wat rente disse geselschopp hevet, dey sollen dey lest gekorne scheffere des jairs inmanen und boren to der geselschopp behoeff vnd to vulleste erre kost.

Wanner dey geselschopp to den twen tyden to samen eten, soe en sal men to ytliker mailtyt nicht mer geven dan twe gerichte; uytgescheden kot, kemois, heringh und buckingh, off des noit were to gevene und kese, koken und andere vrucht.

Ouch en sal dair nummant umme gain van den, dey in der geselschopp syn, dan dey twe scheffere, und dey moghen 'erre lyek!) eynen off twe knechte op dat meste hebn, dey der taeffelen deynen.

Wolde wey welken reckeliken man, / dey van vro- fol. 8b. meden lande were, in dey geselschopp to gaste bidden, dat sall hey den schefferen to voren seggen und doint mit eren willen, und sal darvor betalen.

Lude van bynnen landes sal nyman noch scheffer noch anders ymant in der geselschopp to gaste bidden, id en sy mit willen der gesellen, id en were, dat id dey borgermestere deden eder heyten doin umb der stades willen, dar sey wolden vor betalen.

Dey eyne van den schefferen sal dey spyse laten reyden dey twe dage to mydwintere in syme huse. Dey ander scheffer dey twe dage to vastavende in syme huys, id en sy dat sey under eyn eyns anderen overdregen.

Eyme ytlichen scheffer sendet men in syn huys eyne schottele van eyme ytliken gerichte und eyn halff veirdel wyns.

Deme wynmanne, dar men den wyn nemet, dem mach men senden eyne schottele van eyme gerichte wil men. /

1) = jeder von ihnen. 1 *

fol. 4a,

fol. 4b,

IRA TEN

Deme kocke sendet men eyne schotele van eyme gerichte und eyne quarte wyns elkes dages, und men gevet eme to verdrinkene van den twen dagen vor syn kocken.

Der stades spelluden gevet men to elker tyt to samen X 0)

Der stades unrederschen, dey dat unrait umme gevet to elker tyt.

Der stades gesworne lopere, dey er kleder und er bussen hevet, dey mach dar komen eten.

Heren und rekeliker stede pypere.

Eyme scholer, de dey geselschopp verbodet und schryvet, dey dar eten will, deme gevet men.

. Des scheffers gesynde, dar men twe dage dey spyse beret, den gevet men umb unledicheit, dey sey darmede hebn, to verdrinkene.

Anders dan hyr vorscereven steit en sal men neyn spyse noch wyn versenden, id en sy by eyndracht der geselschop off by heyte‘ der burgermestere (by enen broke) ?) /

Dey scheffere sollen des lesten dages er schefferye, dat is des dinxdages to vastavende, dey wyle dey gemeyne geselschopp over tafelen sittet, twe ander scheffere keysen thegen dat ander jair. Und wene sey dan keysen, dey salt wesen by eyner boute, eyn yslich van eynre mark, und den sollen sey bynnen den nesten vertennachten dar na nest volgende over geven boeke und schrift und wat sey van der geselschapp wegen hebben, dat sey mogen weten woe men dey renthe nemen sal, dey de gesellschopp hevet.

Hyr vormails plach men alle jairs veir schefler to hebn, twe dey schaffeden to mydwinter, dey koren dan twe anderen thegen den anderen mydwinter; dey anderen

1) xij 9. fpäterer Zuſatz. 2) Später Zufab.

———

twe schaffeden to vastavende, dey koren dan twe anderen thegen den anderen vastavent. Des duchte der gemeynen geselschopp best und overdrogen sementlike in dem jare unses herren m°ecelxxxv] in deme vastavende!), do sey fol. 5a. to samen aten, dat men vort an solde keysen twe scheffere

dey solden schaffen beyde to mydwinter und to vastavende

und koren dartoe Gobelen Wistraten vnd Johanne Walen. Darna woirden gekoren van jaren to jairen, als hyr na gesereven steit in dem jair m°ecelxxxvij etc. ?).

Anno domini Millesimo quadringentesimo quinqua- gesimo quarto up vastavent overdroich de gheselschop eyndrechtliken: So wey to steghe und to strate gheit und toe geselschopen und to ghemeyner ghesterye gheit, de sal ouch to der ghaffelen ghain.

Ouch soe is de gheselschop sementliken overkomen, soedane twe mark als eyn itlich van der geselschop plecht to geven, wanner he eyn bruydgam is, dat de numer komen sollen to behoiff der ghemeynen geselschop und nicht den scheffern eft to der kost. Overkomen als vurs- creven Anno cecexlviij /

Ouch soe is de geselschop overkomen, soe als de ol. 5». scheffers de kost rekenden, dar dan malk syn antal van betalde, soe sal vortmer eyn juwelich, der to der gesel- schop kompt, eyn halff veirdel wyns gelden und nicht mer, und dat ander sollen de schefier up sich nemen. Overkomen anno ut proxime scripto.

Anno domini dusent vyffhundert und twe, up sentfol. 6a. Blasius dach®), do was de gemeyne selschop by en andere vergadert, umme etlike gebrecke, de entstanden waren under der selschop van scheltwarden, kiwelinge und anders. Ind hebn dar umme endrechtliken gesloten und over-

!) 1386 März 6.

2) Bis hierhin reicht die urfprünglide Handjhrift; von nun an wechſeln die Handihriften.

3) 1502 Februar 3.

fol. 6b.

fol. 9a.

Ban ae

komen: Wey na dissem dage sych untuchtigen hed med warden, werken, off enige kiwelinge an makede, dar dey selschop by eyn andere were, de sal brecken der sement- liken selschop to beteringe des huses vyff marck sunder emandes weder seggen, und de sunder gnaden op to leggen off van stünt an laten to penden an synem gude sunder emandz ovelmöt. Vort mer is overdragen end- rechtliken und gesloten: Were emand in der selschop de sych untüchtigen hed alse vurgescreven steyt, dar jünfferen und vrowen med den mans tsamen weren van der selschop, so sal syn broicke duwelt wesen und des nicht quyt to geven. Wert ok sake, dat eymand syn mefs ud toge, offte an syn mefs tastede in sulkem schyne enen andern mede tho / archwilligen, dat men betugen mach med twen van der selschop, so sal syn broicke ok duwelt wesen und dar en sal hey nicht neyn voir seggen mogen. Ind de broicke sollen al komen tbeteringe des huses as vurgescreven.

Annno vyffteinhundert und einundvertich up dach seti Reinoldi!). is durch dey gemeyne geselschop eyn- drecehtich verdragen und geslotten, wer wyllick man van des: selschop, dey sich in dussen beyden vurgeschreven puncten off in er ein entgenge up deme richthufs offte winhufs, dat alsdan sin broike dubbelt sin salt sunder snade ane widderrede. Act. et conclusum in aede dominae Virginis.

Es folgen zwei unbejchriebene Blätter. In der Mitte der Vorderjeite des nächften wird fortgefahren von der urſprüng— lichen Hand.

Anno domini mecelxxxvi1.

Johan Wystrate. Johan Wale.

1715411 Jan. 7.

et (13)88 Her Evert Wistrate |1403 Tydeman Eyklinchoff

Johan Murman junior. Wynant van Vemern. (13)89 Her Arnd Suderman | 1404 Seghebode Putte Hermann Cleppink. Johan Suderman. (13)90 Johan vamme Schyde | 1405 Ertmer van Ergeste Johan Brake. Johan Murman _ filius (13)91 Clais Swarte Joh. Johan van Rode. 1406 Johan Wale fol. %.(13)92 Her Albert Swarte Detmer Berswoirt. Arnd Murman. 1407 Alvyn vamme Schyde (13)93 Ertmer van Ergeste Clais Wistrate. Tydeman van Hovele. | 1408 Arnd Murman (13)94 Lambert Berswort Clais Berswoirt. Mathias Trappe. 1409 Her Conrait Cleppink (13)95 Clais Berswoirt Her Hilbrant Henxten- Vrowin Saltrump. berg. (13)96 Herman Oldinchoff |1410 Johan Murman de olde fol. 10%. JoWickede filius dom. Evert vamme Schyde. Jo. 1411 Her Albert Beye | Mathias Trappe. (13)97 en filius AD He Albert Beye Hilbrant Henxtenberg. Mathias Trappe.

1413 Her Albert Beye

(13)98 ia Beye filius Al- Mathias Trappe. berti . { 1414 Conrait Berswoirt DetmarCleppink filius On EDEIZ ON dom. Detmari. 1415 Johan Murman (13)99 Arnd Kalff Arnd Kalff. Godert Wistrate. 1416 Johan Wickede 1400 Conr. Cleppink filius Hilbrant Suderman. dom. Alberti 1417 Johan Vemern Reckart van Afferde. Ewailt Lembergh. fol. 10.1401 Albert Plater 1418 Reynolt van Unna Series Henxtenberg. Coird van der Oelpe. 1402 Johan Paelzod. 1419 Herbort Tassche fol. 11a. Conrait Berswoirt. Johan Bockel.

BORN

1420 Tydeman van den 1435 Albert Beye Schyde Andreis Cleppink. Tydeman van Hovele. |1436 Gerd Tolner 1421 Everd Wistrate Hinrich ter Oesten. Hinrich Brake. 1437 Johan van Hovele m 1422 Her Detmer Berswoirt Vrowin Berswoirt. Wynant Vemern. 1458 Her Coird Berswoirt 1423 Her Hilbrant Henxten- Johan Cleppink. berg 1439 Gerd Trappe Johan van Hovele. Johan Bockel 1424 Her Coird Berswoirt 1440 Her Gerwin Cleppink Johan Pailzod. Coird Berswoirt, junior. 1425 Johan Vemern 1441 Her Gerwin Cleppink Johan Berswoirt. Coird DBerswoirt ex 1426 Johan Murman rogat. Gerwin Oleppink. 1442 Her Johan Murman 1427 Gosschalk Kalff Herman Wickede. Wilhelm Holthus. 1443 Johan Berswoirt fol. 116. 1428 Tydeman Kuken Ludeke Borchards. Arnd Balke. 1444 Her Gosschalk Kalff 1429 Hilbrant Henxtenberg Cristoffer Henxtenberg. Albert Cleppink. 1445 Her Albert Cleppink 1430 Her Johan Wickede Clais Berswoirt !). Her Hilbrant Suderman. |! 1446 Herbert Tassche fol. 12b. 1431 Herbert Tassche Clais Swarte. Conrait Swarte. 1447 Her Tydeman vamme 1452 Tydeman van Hovele Schyde Tydeman vamme Schyde. Segheboid Berswoirt. 1453 Her Detmer Berswoirt | 1448 Reynolt Wale Reynolt Wale. Tydeman Swarte. 1434 Rotger Wickede 1449 Rotgher Wickede Arnd Kalff. Gerwin Murman.

!) So weit reicht die erfte Hand, von der aber noch die Jahreszahlen bis zum Jahre 1544 vorbemerkt ſind. Die jetzt folgenden Handſchriften wechſeln häufig.

u

1450 Mester Gerwin Clep-|1467 Johan van Hovele

pink Johan Borehards. Arnd Kallft. 1468 Hinrick Brake 1451 Albert beye Arnt Berswort. Goiswin van Unna. 1469 Her Herman Wickede 1452 Her Andreis Cleppinck Her Gerwyn Cleppingh. Tydeman van Unna. [1470 Ludike Borchard 1453 Ghert Tolner Johan Wysstrate. Johan van Hovele. 1471 Her Arnt Suderman 1454 Hinrich der Oesten Clawes Berfswort. Ewalt Vemern. 1472 Her Cristoffer Henxten- fol. 13. 1455 Gherd Treppe bergh Arnd Berswoirt. Korle vamme Schide. > Een ee 1473 Coerd Kuken fol. 14a. Coerd Cleppinck. 1457 1474 Segebode Berszwort un. Her Diderick Prume. 1458 Her Gosschalk Kalff [1475 Hinrick Suderman Arnd Suderman. Johan Cleppinck. 1459 Her Cristoffer en 476 Arnt Kleppinck berg ee. | 77 it ER Ge rung: Tonies van Schedingen. oird Kuken. 1461 Claes Swarte dey alde 1478 Gerwin Murman Shegebod Bersword. Godert van Hovel. ‚1462 Reynolt Wale 1479 Lambert Berzwort Hinrich Suderman. Bertram Berchofl. 1463 Tydeman Swarte 1480 Her Albert Beyen Arnd Cleppinck. Albert Swarte. tol. 136. 1464 Reynolt Swarte 1481 Tideman van Unna Gerwin Muyrman. Gossehalck Vemern. 1465 Her Albert Beye 1482 Her Johan van Hane fo. 140. Lambert Bersword. Johan Borchards.

1466 Tydeman van Unna 1483 Her Herman Wickede Gotschalck vanVemern. et filii ejus sub-

FAT

tenuerunt vice, quia | 1499 Johan Duyster

obiit Dethmar Cleppinck. Johan Beye. 1500 Gosswin van Unna fd. 15t. 1484 Claesz Berswort Renolt van Unna. Wylhem van Schäphüsz. |1501 Anthonies van Sche- 1485 Her Cristoffer Henxst- dingen bergh Jorghen Cleppinck. Bernd Henxstbergh. 1502 Tideman van Hovell 1486 Cort Kuken Johan van Hovel. Cort Cleppink. 1503 Rotger Wyckede 1487 Her Diderich Prume Johan Henxstenberch. Segebade Berswort. 1504 Claes Swarte 1488 Johan Duester Herman Berszwort. (Goeswyn van Unna. 1505 Her Albert Swarte 1489 Thonyes van Schedyn- Tideman Prume. gen 1506 Tideman Wickede Thyman van Hovele. Claes Poppinekhusen. 1490 Lambert Berzwort 1507 Her Johan Beye Rutger Wickede. Johan Bersword. fol. 15a. 1491 Bertram Berchoff 1508 Her Hilbrant Swarte Claes Swarte. Bernt Duster. 1492 Albert Swarte 1509 Johan Vemeren fol. 16a. Evert van Unna. Johan Forstenbereh. 1493 Her Johan van Hovel |1510 Johan Düster Tydeman Wickede. Claes Swarte. 1494 Her Johan Beye 1511 Johan Brake Hillebrant Swarte. Detmer Prume. 1495 Clawes Berszwort 1512 Detmer Cleppinck Tydeman van Unna. Johan Duester d. J. 1496 Her Wylhem van Schäp-|1513 Gosswin van Unna hüsz Renolt van Unna. Johan Vemern. 1514 Anthonyes van Sche- 1497 Cort Küken dynge Rotger Wale. Jorghen Kleppyngk.

1498 Her Diderick Prüme 1515 Tideman van Hovele Johan Brake. Claues Kleppynck.

fol. 16b.

fol. 1%.

11

1516 Johan van Hovell Rotger Wyckede.

1517 Claues Swarte Johan Henxstenbergh.

1518 Her Albert Swarte Gotschalek Vemeren.

1519 Her Tideman Prume Coirdt Berszwoirt.

1520 Her Tideman Wickede Her Johan Beye.

1521 Her Hilbrandt Swarte Johan Berszwordt.

1522 Johan Vemeren Berndt Duyster.

1523 JohanFurstenbergh und in syns hulpers Ert- mar Swarten stede, so he dat schaffen affsachte , junffern und frowen.

1524 Her Johan Brake

Johan de Haene. 1525 Dethmar Prume Dirick Routardt. 1526 Joryen Kleppynek Tydeman Swartte. 1527 Tideman van Hovele Claues Popynckhusenn. 1528 Claes Cleppingk Claes Berswort.

1529 Erthmar Swarte Hilbrandt Swarte de Beyuncher;

1530 Johan van Hovell Rotger Wickede de

yunghe.

1531 1532 1539 1534 1535 1536 1537 1538 1539

1540

1545 1544 1545 1546 1547

1548

Rotger Wickede de alde CGlaues Swartte.

Johann Henxstenbergh Hynrick Brake.

Her Hilbrandt Swarte Cordt Cleppyngk.

Johann Berszwordt Lambert Berszwordt.

Her Johan Brake

Diderieh Prume.

Her Erthmar Swartte fol. 17%. Wilhem Swartte. Johan Haene Dethmar Prume. Diriek Routardt Tideman Swartte Claues Popynekhuszen. Claes Berswordt Philipes Varsem.

Her Johan van Hovell Rotger Wickede. Hinrich Brake

Shotte van Mengede. Her Lamberth Berswort Diderich Prume. Wilhelm Swarte Johan van Hovell. Her Johan Hane Dethmar Prume. Claes van Hovell Tyman Swarthe Andrees Cleppinck. Claes Poupinekhuis Godert Hane.

fol. 182.

fol. 18b.

1549 Her Niclaus Berswort Jaspar Prume. Philips van Varssem Berndt Duester. Rotger Wickede Niclaisz Cleppinck. propter pestem inter- missum est

1550 1551

1552

Her Lambert Bersch- worth Johan Klyppinck.

Johan van Hovell Goddert Berswort. Her Johan Hane Melchior Prume. Claus van Hovell Thiman Swarthe d. Junge. Tideman Swarthe der olde Conradt Cleppinck der junger. Andreas Cleppinck Goddert Hane. Her Niclaesz wordt Johan Hane der junger. Her Caspar Prume Nielaesz Hane. Philippus van Varssem Rutger Wyckede der elter.

1562 Nielaesz Cleppingh Christoffer Hane.

1553

1554

1555

1556

1557

1558

1559 Bersch-

1560

1561

12

1563 HerLambert Berszwordt Hilbrandt Cleppingh. 1564 Johan van Hovell Rutger Wyckede der junger. 1565 Goddert Berszwordt Schoette Pepinckhues.

1566 Ist per pestem verhin- dert.

1567 DurehafstervenMelchior. Prumen desselbigen wittfrouwe Chatarina Swarte

Detmar Berswordt.

1568 Nicolaus van Hoevel

Her Albert Cleppinck. 1569 Conradt Cleppinck der Junger Dietherich Prume. 1570 Andreas Cleppinck Caspar Swarte. 1571 Her Goddert Hane Gerion Hardenraedt. 1572 Her Caspar Prume Nicolausz Hanen se- ligen erven.

1573 Philippus van Farssem to. 10b.

Nicolaus Cleppingh. 1574 Christoffer Hane Hilbrandt Cleppingh. 1575 Rotger Wickede (Goedert Beerswordt. 1576 Schotto Poepinekhues Georgh von Farssem. 1577 Dethmerr Berszwordt Niclaesz von Hoevel.

1578 1579 1580 1581 1582 ol. 20a. 1983

1584

1585

1586 1587

1588

1589

1590 1591 1592 1593 1594

01. 200. 1595

ee

Conradt Cleppingh 1596 Hilbrandt Berswort. Diedrich Prume 1597 Georgh Cleppingh. 1598 Caspar Swarte Hilbrandt Hane. Her Godthardt Hane Philippus van Wickede. | 1599 Gereoen Hardenraedt Herman Berswordt. 1600 Philippus von Farssem | 1601 Nielaesz Swarte. 1602 Niclaesz Cleppingh Nielaesz van Hoevell| 1603 der junger. Christoffer Hane 1604 Andreas van Wickede. Hilbrandt Cleppingh Bertoldt van Farssem. | 1605 Rutger van Wyckede Sehotto Poepinckhues. Georg van Varssum Conradt de Wendt zu Delwich. | Her Niclaus van Hoevel| Albert Hane. 1606 Conraedt Cleppinghk Hilbrandt Bersworth. | 1607 Georgh Cleppingh. Caspar Swarte. Hylbrandt Haen wegen | 1608 seines witwen stan- des mytt gelt loss bezalt. Herr Gothart Hane. 1609

Philips van Wickede

Johann Cleppingh.

Gereon Hardenraidt.

Herman von der Bersz- wordt

Constantinus Rotkir- chen.

NielausScehwartte. tem- pus pestis fuit.

Andreas Kleppinck.

Nielas von Hövell.

Albrecht der Häne, junior.

Christoffer der Häne

Göderth Peipinckhus.

Bertolt von Varssem

Albrecht Kleppinck Conradi filius.

Georg von Varssem. Distulit consensu so- cietatis in proximum annum

Lambrecht von der Bersworth, dedit pe- cuniam.

Georg von Varssem so- lus.

Conrath de Wendt in Delwich

Niclas der Haen.

Albrecht der Haen in Goy

Andres Kleppinck, Con- radi filius.

Conrath Kleppinck

fol. 21a,

Dieterich von Pletten- berch.

1610 Her Georg Kleppinck |

Caspar Swartz junior. Dedit pecuniam. 1611 Caspar Swartz senior Dethmar Kleppinck. 1612 Hilbranth der Haen obiit, vidua dedit pecuniam Göderth Kleppinck. 1613 Philips von Wickede Dethmar von der Bers- worth. 1614 Her Herman von der Berschworth Caspar Hardenrodt. 1615 Nicolaesz Schwartze Christoffer von der Berschwort, dedit 25 rs dal. 1616 Andresz Kleppinck so- lus.

Hiermit ſchließt das Namensverzeichniß des Buches.

14

1619

1620

1621

1622

1623

Nicolesz von Hovel so- lus. : Albrecht der Hane zu

Wanbel Johan von der Bersch- wort filius Hilbrandi. Bertholt von Varsem Andresz Wickede, filius Philip Wickeden. Albrecht Kleppinck Philips von Varsem filius Bertholdi, quia parens obiit, distulit consensu societatis in proximum annum. Nicolesz der Hane Philips von Varszem. Albrecht der Hane in Goie,dedit pecuniam. Andresz Kleppinck, fuit solus.

fol. 21b.

Doch

liegt noch ein Papierzettel gleichen Formates bei, der folgende Namen enthält, die von den obigen abweichen:

Anno 1593 Géorg Cleppingk alleine.

1594 GasparSchwartzalleine.

1595 Hillbrandt de Hane, weil ihm aber binnen jahrs seine hausz- frawen gestorben, hatt er das gelt da- für geben.

1596

1597

1598 Gereon Hardenrodt,

Her Godefried de Hane, alleine.

Philips von Wickede und Johannes Clep- pingk.

al-

leine.

1599 Herman von der Bers-

wordt

Constantin von Rott- kirchen. 1600 Niclas Schwarz, alleine. 1601 Andresz Cleppingk, al- leine. 1602 Nielas von Hovele und Albrecht de Hane der junge.

1603 Christopher de Hane und Godefridt von Poepincekhausen.

1604 Berchtholdt von Vars- sem, und Albrecht Cleppingk.

1605 Ob woll Georg vonVars- sem wurde, hatt er doch bisz ins fol- gende jar solehs auff- gestellet und hatt Lambrecht von der

Sm Buche folgen mehrere unbefchriebene Blätter.

Berswordt geben gelt.

1606 Georg von Varssem, al- leine.

1607 Conradt de Wendt und Niclas de Hane.

1608 Albrecht de Hane der älter und Andresz Cleppingk der junger.

1609 Conrad Cleppingk, und Dieterich von Plet- tenberg.

1610 Her Georg Cleppingk und Gaspar Schwarz der jünger, dieser hat gelt geben.

1611 Gaspar Schwarz, älter

Diethmar Cleppingk.

1612

der

Die

beiden legten find zu Notizen benußt.

fol. 27»,

Ao xv® nono in dem vastelavende!) hebben

dei geselschap geschaffet int erste dei kemener van der

burgermestre wegen, dar na

Jorgen Cleppinck / Ertmar Swarte Goswin van Unna / Johan Henxtenberch Claesz Swarte / Detmar Prume. Aoxvexi schaffeden int erste kemeners van der burger- mestere wegen in dem vastelavende ?), dar na Tyman van

Hovel Renolt van Unna.

1) 1509 Febr. 20. 2) 1511 März 4.

Up sundach voir pinxten!) Rotger Wickede und Bernd Duster.

Ao xii schaffeden Claesz Swarte Detmer?) op dinstach to vastavent?°).

fol. 286. (Bon der urfprüngliden Hand gejchrieben bis auf die Namen links am Rande:)

Der Juncheren geselschopp hebben des jairs erfliker renthe Berchoff Int eirste uyte Coird Jackenstitkers huys ge-

legen beneven deme Raithuse an dey westsyde

allemiain rn 222 Beye Item Tydeman vamme ‚Schrde uyt Basuyns hus | up deme Westenheleweghe jairs. . 1 mark Thonys Rotert dey yunge. Item uyte Coird Doenhofs lande gelegen by Hoirde . . . „zwi schil: Hovel Item uyte deme huys Copinhaven by dem Sunnen- schyne. ...1©.“0 1. 2.0.2207 Do

Juni lJ.

2) Ole(pping) übergeſchrieben. 2) 1512 Febr. 233. -

II.

Geſchichte des Ratharinenkloſters zu Dortmund und des Dorfes Birchlinde bei Dortmund,

Bon Oberrentmeifter a. D. Ferd. Zumbuſch zu Dortmund.

Das Katharinenklojter zu Dortmund und die Pfarrfirde zu Kirchlinde.

Der Orden der Vrämonftratenfer wurde von Norbert, dem zu Xanten im Jahre 1082 geborenen Sohne des Grafen von Gennep und der Hedwig von Lothringen, gegründet. Der Ruf diejes frommen Mannes und feiner Mönche verbreitete fih bald in Franfreih, den Niederlanden und Deutfchland. Schon 1122 berief Graf Gottfried II. von Cappenberg den Norbert zu fih. 1125 wurde Norbert als Erzbifchof nad)

Quellen: Königl. Staatsardiv Münfter. Königl. Staatsardiv Düfjeldorf. Kirhenarhiv zu Kirchlinde. Kirchenarchiv zu Lütgendortmund. Kirchenarchiv Propſteikirche Dortmund. Privatarchiv des Haufes Dellwig. Privatardiv des Schultenhofes zu Kirchlinde. Dr. Rübel, Urkundenbuch von Dortmund. Lacomblet, Urkundenbuch für den Niederrhein. Regierungs- aften zu Arnsberg. Mooren und Binterim, Annalen d. hiftor. Vereins für den Niederrhein. Stadtardhiv Dortmund. Hugo, Annales ord. Praemonstratensis. Geſchichte des Bürgerfchügenfeftes von Dortmund zum 500jährigen Jubiläum von Prof. Mette. General-Picariatsakten zu Köln. General: Vicariatsakten zu Paderborn. Mooren, Dortmunder Archidiakonat. Bau=- und Kunftdenfmäler Weftfalend von Ludorf (Kreis Dortmund).

Beiträge zur Geihihte Dortmunds. XI. 2

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Magdeburg berufen, wohin er feine Mönche mitnahm, und von wo aus fich diefelben bald über ganz Deutſchland verbreiteten. So wurden in furzer Zeit die Klöfter Amftein, Altenberg, Clar- holz, Conradsdorf, Dorle, Dunewald, Engelpforten, Füllen, Garken, St. Gerlah, Hamborn, Heinsberg, Ilbenſtadt, Leug— warden, Marienthal, Marienftern, Marienroth, Meer, Niederrehe, Ohlinghaufen, Reichenftein, Rommershaufen, Rumbed, Scheidt, Steinfeld, Thron, Weddinghauſen, Wenau, Barlar, Ellen und das St. KRatharinenklofter zu Dortmund nebft vielen anderen Klöftern, Abteien und Propfteien gegründet.

Schon 80 Jahre nach der Stiftung des Ordens zählte derjelbe 24 Landjchaftsmeifter (Provinzialen), 1000 Aebte, 300 Pröbfte und 500 Nonnenklöfter. Norbert ftarb 1134 am 11. Juni zu Magdeburg und wurde in der Domfirche dafelbit beigeſetzt.

Der Hauptzweck des Prämonſtratenſer-Ordens war die Ausübung des Predigeramtes und die Abhaltung des öffent— lichen Gottesdienftes. Derſelbe war unter allen abendländiichen Orden der Chriftenheit der am fefteften gegliederte. Alle jeine Klöfter ftanden mit einander in einem durchaus innigen, organi= ichen Verbande. Daher erklärte es fih, daß häufig die An- gehörigen des einen Klofters in der Seeljorge an anderen Kirchen angeftellt wurden, bei denen ein anderes das Beſetzungs— recht hatte. Beſonders zähe hielten die Prämonftratenjer an dem fogenannten Paternität3- und Filiationsverhältnig ihrer Nonnenklöſter feit und ließen die Leitung der ihnen untergebenen Klöfter um feinen Preis aus den Händen. Shrem Zwede und Berufe entfprechend erichienen die Prämonftratenjer ſchon früh und häufig im Beſitze bedeutender Pfarreien. Wir finden unfere Mönche bald im Klofter, bald außerhalb desfelben angeftellt, dann zurüdberufen und wieder ausgefchidt.

Schon gleih nach der Gründung des Ordens entitanden nicht. allein Mönchs-, fondern auch Nonnenklöfter deſſelben Ordens in großer Zahl. So waren die Klöfter Heinsberg, Delinghaufen, St. Gerlah, Rumbeck, Leugmwarden, Meer, Fuß- jenich, Wenau, Engelpforten, Marienroth, Ellen, Marienftern,

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Garten und endlih das St. Katharinenklofter zu Dort- mund Frauenklöfter dieſes Ordens.

Mehrere Klöfter waren zu einem Kreife „Sircarin“ ver- einigt, an deren Spige der Generalvifitator oder Generalvicar des Ordens ftand. So beitand die „Cicaria Westfalia”, an deren Spiße der Abt von Steinfeld als Generalvilitator jtand. Diefem waren unter anderem die Klöfter Knechtitetten, Kappen- berg, Varlar, Clarholz unterftellt. Die Circaria ſelbſt hatte nun wieder ihre Vifitatoren, deſſen angejeheniter, was jeinen Einfluß auf kirchliche und bürgerliche Verhältnifje betrifft, in dem Erzitifte Köln der Abt von Knechtitetten war. Seine Surisdiction beftand jedoh nur in der geiftlichen Obergewalt und. der Vertretung der Klöfter in Streitfachen. Ihm und wiederum feinen Oberen gelobten die Profeſſen bei Ablegung ihrer Gelübde Gehorſam; er ernannte die Pröbfte und Prioren ber ihm unterftellten Klöfter, durch ihn wurden in feiner Eigen: ſchaft als geiftlicher Oberer diefer Klöfter die Pfarreien bejegt, bei welchen den leßteren das Patronatsrecht zuftand. In civil rechtlicher Beziehung wurde jedes einzelne Klofter durch feinen Dberen: Abt, Probſt, Prior, Priorin und Konvent, vertreten.

Die Abtei Knechtitetten, bei Dornhagen am Rhein belegen, wurde 1130 von dem Nachfolger des Erzbiſchofs Bruno II. von Köln, dem Grafen Hugo von Sponheim, als er noch Dom- dechant war, gegründet, und gehörte bald zu den mächtigiten und reichften Klöftern des Niederrheind. In diefer glüdlichen Lage hat fi die Abtei behauptet, bis durch den Züneviller Frieden 1801 das Erzitift Köln und mit ihm alle Kloftergüter; fo auch die Abtei Knechtftetten, jäcularifirt und deren Güter von der derzeitigen franzöfifchen Landesregierung eingezogen wurden und dureh den Parifer Frieden 1815 auf den preußifchen Staat übergingen. Die Abtei mit allen Gütern wurde mit Ausnahme der Waldungen, welche uam heute dem Fiscus ge- hören, verkauft.

Diefer Abtei waren, wie gejagt, eine Anzahl Klöfter, jo auch das zu Dortmund belegene Nonnenklofter ad Sanct.

Catharinam, untergeorönet. 2 *

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Ueber die Entftehung dieſes Klojters, deſſen Gebäude heute nod zum großen Theile vorhanden find, geben die im Staats— archiv zu Münfter beruhenden uralten, jedoch noch in völlig unverlegtem Zuftande fich befindenden Pergamenturfunden (ge= drudt im Dortmunder Urfundenbudy von Dr. Kübel) völligen Auffhluß. Darnah wurde durh SKaifer Heinrih VI am 23. März 1193 aus den Reichshöfen zu Dortmund, welche Reichsgut waren, ein Kamp, der „Koningesfamp”, ausgejchieden und zum freien und eigenen Befiß zur Erbauung des Kloſters geſchenkt. Inhaber war der conventus sancte Catharinae. Diefe Schenfungsurfunde, an welcher fi) ein mächtiges, altes Siegel Kaifer Heinrich's an rother Seidenfchnur befindet, ift von den jpäteren Kaifern und Erzbifchöfen zu Köln vielfach unter Verleihung der verjchiedenften Brivilegien bejtätigt worden. So durch Kaifer Friedrich II. 1218, Erzbiſchof Engelbert von Köln 1224, König Heinricb VII. 1224, Erzbifhof Conrad I. 1253, König Wilhelm 1254, Kaijer Mathias 1617 und Kaiſer Leopold I. 1691. |

1382 ertheilte Engelbert (IIL.), Graf von der Marf, dent Klofter ewige Freiheit über alle Klojtergüter. Erſt durch Ber- öffentlihung diefer Urkunden iſt die früher vielfach verbreitete falſche Annahme widerlegt, als verdanfe das Katharinenklojter den Grafen von Dortmund feinen Urjprung, wie jolches noch von Mooren, Heft 2, Seite 153 der Annalen des hijtorifchen Vereins für den Niederrhein, angeführt wird.

Nach der Chronik Wefthoffs hat der Bau des Klojter3 jo- fort begonnen und ijt mit Hülfe der Einwohner Dortmundg und anderer Wohlthäter um das Jahr 1215 vollendet. Die Kirche ift dann durch den Kölner Weihbiſchof Theodor von’ Eithland der hl. Katharina geweiht worden. Daher führt denn auch das Klofterfiegel da3 Symbol diefer Märtyrerin, „ein Rad“, im Wappen. | |

Das Katharinenklojter gelangte ſchon kurze Zeit nach jeiner Gründung zu großer Blüthe und Reichthum. Abgejehen von den Bermächtniffen aller Art erwarb dagjelbe in und um Dort- mund ganz außerordentlichen Grundbefig, Renten und Gefälle,

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fodaß das Klofter im Laufe der Zeit zu den reichiten der Gegend gezählt werden durfte In Dortmund felbit waren es viele Häufer, Gärten und Grundftüde, welche dem Klofter gehörten, in der Umgebung Dortmunds wurde das Klofter bald die Be- figerin ſchöner Ritterfiße und Bauernhöfe. Eritere find längit vergeffen, während ein großer Theil der uralten Höfe fich ſelbſt dem Namen nach bis auf die heutige Zeit erhalten haben. Die nennenswertheften Ermwerbungen mögen bier hervorgehoben werden.

Die älteften Erwerbungen fanden in Kirchlinde ftatt, wel- ches damals „Linne“ hieß, und fpäter, wohl zur Unterjcheidung der benachbarten Merflinde und Frohlinde, Kirchlinde genannt worden ilt.

Es mag hier erwähnt werden, daß Kirdhlinde unter den Drten des Landfreifes Dortmund urkundlich jehr früh genannt wird. Am 3. Mai 896 beitätigt Erzbifchof Heribert von Köln dem Klofter Deutz bei deſſen feierliher Einweihung alle dem— felben geſchenkten Befigungen, darunter auch die zu Lynne in Weftfalen. Haft gleichzeitig erſcheint Kirchlinde (Linne) mit Gaftrop, Mengede, Dorftfeld zufammen im Heberegiſter der Abtei Werden, deren ausgedehnte Befigungen auch in und um Kirchlinde fich finden. ES war deßhalb Seitens der Bewohner von Kirchlinde fehr wohl berechtigt, wenn fie im Jahre 1895 das taufendjährige VBeftehen des Drtes feitlich begingen. Ein Spötter, dem e3 unglaublich ſchien, daß obige Urkunde von 896 thatfächlich befteht, jchrieb als „Eingeſandt“ in der Fatholifchen Zeitung „Tremonia“ zu Dortmund hierüber, daß die tauſend— jährige Urkunde bei Weiterführung des Stollens der Zeche „Zollern“ in dem Sarge des im Jahre 940 ins Grab gebetteten föniglihen Cabinetsſecretärs frater felix Magnus Ignotus entdedt jei.

Linne war zur Zeit der Entftehung des Klofters der Nitterfit Sächfifcher Adliger, der Grafen von Dafjeln. Die Erwerbung dieſes Beſitzes ſoll jpäter eingehend ausgeführt werden, da damit zugleich die älteften, bekannten Nachrichten über die firhlichen Verhältniffe in Kirchlinde beginnen. Es gehörten dem

TR

Katharinenkflofter: Zu Marten die Königsmühle. Chrembredt von Marten befundete jchon am 13. Mai 1357, daß er dem Klofter 30 Malter Korn für jene Mühle fchulde, weldhe er von demjelben in Genuß habe, während 1363 der Ritter Tönnis von Marten der Mühle vier Morgen Landes überträgt. Eben- fo gehörten dem Klojter die Hahnenmühle an der Emſcher, welhe im Sahre 1741 mit allen Renten und Rechten dem Kaspar Heinrih PRottgießer zu Dortmund cedirt wurde. In Weithofen wurde 1357 dem Klojter von Stine, der Tochter des Sohann Wefthufen, der Erlehof übertragen. In Kirchlinde übertrug 1363 Hermann de Schulte to Linne mit Weib und Kindern feine Güter dem Klofter. Die Familie des Schulte und deren Nachkommen find nachweislich bis zur Umwandlung der Höfe in freies Eigenthum durch die Ablöfeordnung Pächter reſp. Erbpächter dieſes ſchönen Schulzenhofes gewejen, mie denn der Befiter diefes Hofes nach dem Ausweiſe der mehr- fa vorhandenen Urkunden ftet3 den Vorſtand der Firch- lichen und politifchen Gemeinde bildete. Die dem Klofter zu zahlenden Abgaben hat nad der Säcularifation zur Zeit der franzöfiihen Herrihaft außer anderen Gefällen aus fäcula- rifirten Gütern der General Coulaincour, Herzog von Vincent, dent jolche von Napoleon I. zugewiefen worden waren, bezogen. Das Arhiv des Schultenhofes enthält hierüber noch etliche interefjante Schriftftücfe. Leider ift der ſchöne Hof in neuerer Zeit arg zerſtückelt worden.

Johann Greve zu Dorſtfeld verzichtete zu Gunſten des auf den Holthuis-Kotten zu Kirchlinde 1366. Am 28. Januar 1504 verkauften Henrich Duyſcher von Rüddink— huſen, ſeine Ehefrau und ſeine Schweſter, dem Prior und Convent des Katharinenkloſters, den Kirſebaumshof in Kirch— linde. Auch dieſer Hof hat ſich unter gleichem Namen bis heute erhalten. Der Knappe Theodoricus, genannt von Martene, bekundet 1332, daß er auf einen Teich im Sundich bei Kirch— linde zu Gunſten des Kloſters verzichtet habe.

1361 erklären die Gebrüder Wilhelm und Frederik von der Heide vor dem freien Stuhle, dem Katharinenkloſter zu Dort-

mund den Zehnten zu Elyge (Kley bei Marten) und. der halven Hove thu Stohem aufgelaffen zu haben. Ebenſo ſchenken Gerlach von Weſthuſen demſelben in Stochem (Stodum) ver- fchiedene Einfünfte aus dem Budder'ſchen Gut und verjpredhen Abgaben dajelbit von den Gütern, welche Heinrih Paſchmann (jegt no Paßmann) bewohnt.

1320 bezeugt der Knappe Rutger von Düngelen, daß jeine Eigenleute Arnold von Lütfendorpe und Lutgaris, deſſen Frau, den Hof zu Rode (Schulte Rahden zu Bövinghauſen) auf Lebzeiten vom Katharinenkloſter erhalten haben, zugleich ſind denſelben gewiſſe Holznutzungsrechte der Marka Weſterwik (Weſtrich) zugewieſen und müſſen ſie gewiſſe Naturalien an die heil. Geiſtkapelle in Dortmund leiſten. Es zeichnen unter Anderen Herbordus de Delewik (Dellwig), Herrmannus de Rüddinckhuſen (Rüdinghauſen), Arnoldus de Linne (Kirchlinde). Wegen dieſer Holzgerechtigkeiten ſind ſpäter zwiſchen dem Kloſter und den Pächtern des Schulte Rahden-⸗Hofes vielfache Streitig— keiten entſtanden, worüber noch ein umfangreiches Material im Staatsarchiv zu Münſter aufbewahrt wird. Nach der Um— wandlung des Hofes in freies Eigenthum iſt derſelbe in jüngſter Zeit von Erbſchafts wegen zwiſchen den Gutsbeſitzern Thiheuer zu Barop und Paßman zu Stockum getheilt, letzterer hat in- deß die Gebäulichkeiten erhalten. In den alten Urkunden des Katharinenarchivs iſt noch von einem anderen Hofe zu Rodehem (die von Rodehem waren ein altes Rittergeſchlecht zu Marten), Kirchſpiels Lütgendortmund, die Rede, welchen Johann von Wiſchelink 1369 dem Kloſter verkauft hat, und im Jahre 1362 dem Wilhelm von Vrydag verpfändet war. 1325 verkaufte der Paſtor Speke zu Lütgendortmund dem Kloſter den Albrandshof daſelbſt für 60 Denare. 1438 verkaufte Her- mann und Zudolph von Fürftenberg dem von Vittinghoff (zu Goldſchmieding bei Caftrop) das Schwarten und Didzgut zu Lütgendortmund, welcher diejes Gut, auch Dorlehof genannt, laut Erbfaufbrief vom Jahre 1444 an das Katharinenklofter veräußert. Dieſes Gut heißt jpäter der Niermanshof, und ift heute noch im Beliße Der gleihnamigen Familie. Der Dfter-

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mannshof zu Weſterwik (Weſtrich), jet im Befige des Defonomen Deufemann, kommt ſchon 1322 als Eigenthum des Klofters mit den Eigenhörigen Hermann und Heinrich, Söhne der Adel- heid von Weſterwik, vor. Auch bekundet der Truchjeß des Grafen von der Mark, E. Spede in Bodum, 1337, daß diefe fih dem Klofter zu Abgaben! verpflichtet haben. Der Hof wurde früher auch Dverhof oder Dvergut genannt, an welchem 1370 Everhard, Sohn der Gertrud von Weſtrich, alles Necht dem Katharinenklofter überträgt. Das Gehdind-Gut zu Merklinde war bereit3 1336 abgabepflichtig. 1342 verfaufte der Rector der Kapelle in Wattenjcheid dem Klofter einen Ader in Sunne- born (Somborn) by der Byverne, dietum Dvelereder. Vom Sahre 1355 Datirt Schon ein Pachtvertrag zwifchen dem Dit- marinksgut zu Wambeln und dem Klofter. 1368 erwirbt leßtereg vom Schulte von Dreyre (Langendreer) deſſen Land zu Somborn auf dem Dvelenader. 1384 faufte dafjelbe den Krummenhof zu Doritfeld, deſſen Name fich bis heute erhalten bat, ebenſo ift 1396 das Gut Mönigshege bei Groppenbrud) erworben, und wird das Klofter 1591 mit dem Tobbinf3-, jetzt Tobbenhof, in Dorjtfeld daſelbſt von der Fürftin zu Eſſen be- lehnt. Bon 1592 Datirt der Erbfaufsbrief des früher Plaß— manns- jegt Schmidtmannshofes zu Dorftfeld, während eine Urkunde von 1431 das Verhältniß des gleichnamigen Schmidt- mannshofes zu Despel berührt.

Drer ſchöne Meinbergshof zu Schüren, früher der Pütten- hof geheißen, wurde laut Erbfaufbrief von 1407 Eigentum des Klofter8 und führt jeinen Namen noch heutigen Tages. Mit einem Reichshofe zu Bradel, dem jebigen Gößlingshofe, früher Brinkhoverdinfsgute, ift das Klofter durch die Kurfürften von Brandenburg belehnt worden, und liegen jeit dem Jahre 1547 darüber eine Anzahl Lehnbriefe vor. Der Haumannshof zu Marten, früher Schemminfshof genannt, abteilich Werden'ſches Lehen, ift 1459 vom Klofter von Bernhard Dvelader zu Wiſch— lingen angefauft, und bat feit diefer Zeit nach einer großen Zahl Lehnbriefe der Aebte von Werden die Belehnung an das Katharinenklofter ftattgefunden.

Der Togethof zu Dorftfeld, die Spiederhove zu Deufen, der Hoppenhof zu Hudarde, Altjtette zu Lünne, Daene zu Waltrop, Schmidt, Göpel, Wemphof zu Kirchlinde, der Zehnt zu Derne und noch viele andere Höfe und Befigungen gehörten ſchon in den älteften Zeiten dem Katharinenflofter, und gewiß ahnt mancher Befiger nicht, daß die älteften Nachrichten über fein Beſitzthum fich fo unter ftaatlicher Fürforge bewahrt